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Home Schooling. Eine Bildungsalternative

Immer mehr Eltern entscheiden sich dafür, ihre Kinder selbst zu unterrichten. Der Unterricht zu Hause – Home Schooling – wird bereits in vielen Ländern mit Erfolg praktiziert. Home Schooling ist der ideale Bildungsweg für viele Familien. Die ständig wachsenden Zahlen von Home School Familien weltweit bestätigen das. In den USA lernen bereits circa 2.000.000 Kinder zu Hause, von europäischen Ländern werden vier- bis fünfstellige Zahlen genannt. In Deutschland liegt die Zahl zumindest bei ein paar Hundert. Home Schooling ist die weltweit am schnellsten wachsende Bildungsbewegung!

Vom Elternhaus zur Universität

Können wir es uns vorstellen, in unserer Perfektionskultur, daß Universitätenhne Schulzeugnisse auskommen können? Amerika beweist es. Hochrangige Universitäten akzeptieren Home-School-Absolventen auf der Basis von Portfolien (Aufstellungen von Leistungen und Erfahrungen). Das High-School Diplom spielt keine Rolle mehr. Die Aufnahmeprüfung genügt. In 1999 durften sich prozentual doppelt so viele der Home-School-Bewerber an der Universität Stanford einschreiben als andere. Harvard, Yale und Stanford gelten als die Home-School-freundlichsten Universitäten der USA. Aussage von Harvard: Zeugnisse sind “nicht mehr relevant, weil ein Zeugnis nur ein Vergleich mit anderen Schülern ist.” Studenten, die zu Hause unterrichtet wurden, sind “sehr erfolgreich. Sie sind sehr motiviert.” Europäische Universitäten folgen nach, zum Beispiel die Universität Oxford in England.

Geeignetes Schulmaterial

Eltern- und kindgerechtes Schulmaterial wird zur Zeit auch in Deutschland entwickelt. Eltern wollen wieder christlich geprägte Lernstoffe für ihre Kinder. Viele erfahrene Pädagogen haben die Home-School-Bewegung entdeckt und arbeiten zusammen mit den Eltern. Die Philadelphia-Schule e. V., z. B., ist ein freies christliches Heimschulwerk mit Betreuung von Eltern und Schülern (Adresse siehe unten). Das Angebot hilfreicher Materialien wächst. Auch die örtliche Bücherei steht mit Fachbüchern und Literatur bei!

Eltern sind die besten Erzieher

Traditionelle christliche Werte und Naturverbundenheit sind wieder im Kommen. Unserer heutigen älteren Generation mögen diese noch geläufig sein. Wie sieht es aus bei deren Enkeln? Viele traditionsbewußte Familien machen sich heute wieder Gedanken um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder. Sie sind bereit, die Bildung ihrer Kinder selbst zu übernehmen und sie nicht länger dem Staat zu überlassen.Hunderte von deutschen Eltern praktizieren bereits das Home Schooling. Sie unterrichten ihre Kinder zu Hause mit viel Freude und sehr großem Erfolg. Kinder, die von ihren Eltern zu Hause unterrichtet werden, haben überall bewiesen, daß sie weitaus größere Lernerfolge in vergleichsweise kürzerem Zeitraum erzielen als in einer Schule möglich ist. Der Bildungsgrad der Eltern spielt hierbei erfahrungsgemäß nur eine unwichtige Rolle. Wichtig ist es, Zeit für die Kinder zu haben.

Home School Schüler zeigen vorzügliche Leistungen

Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, erreichen den staatlichen Abschluß auch in Deutschland durch eine externe (außerschulische) Prüfung.Viele von ihnen können selbständig arbeiten und meistern ihren Haupt- oder Realschulabschluß oder das Abitur mit vorzüglichen Noten. Vorbereitungskurse sind erhältlich. Kürzlich hat die PISA-Studie wieder ganz deutlich gezeigt, daß die wenigsten deutschen Schüler mit Texten umgehen können. Der korrekte Umgang mit Büchern und Texten ist die Grundlage einer guten Bildung. Schüler, die zu Hause unterrichtet werden, entwickeln besonders diese Fähigkeit. Es ist kein Wunder, daß Home-School-Absolventen von Arbeitgebern nun auch in Deutschland geschätzt werden.

Sozialisation – wie und wo?

Nach dem Duden (Ausgabe 1998) wissen wir, daß Sozialisation die Übernahme der in einer Gesellschaft vorhandenen Normen ist. Ferner wird erklärt, daß dies hauptsächlich in der Familie stattfindet. Viele Eltern fragen sich jedoch, ob ein Kind, das zu Hause unterrichtet wird, später im sozialen Umfeld zurechtkommen wird. Dabei findet eine echte Sozialisation in der Schule nicht statt! “Erfurt” ist nur ein Symptom.
Wenn Kinder von Kindern sozialisiert werden, entsteht ein Gruppenzwang, der von der neuen Pädagogik als Mittel zum Zweck ausgebeutet wird. Diese Kinder werden für Gleichaltrige und Gleichgesinnte “sozialisiert”. Dagegen hat ein Kind, das in der Familie mit gesundem Selbstwertverständnis aufwächst, die besten Grundvoraussetzungen für den respektvollen Umgang mit allen Menschen! Erfahrungsgemäß haben Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, zwei oder mehr außerfamiliäre Aktivitäten wöchentlich, z. B. Kirche, Sport, Musikunterricht usw. Im Gegensatz zu Vorurteilen kommen Home-School-Kinder gut mit anderen Kindern und später mit Berufskollegen aus.

Der Staat als Instrument der emanzipatorischen Pädagogik

Eltern, die ein traditionelles christliches Wertesystem haben, müssen erkennen, daß sich der Staat zum Vermittler der neomarxistischen Bewegung macht – seit 1968 implementiert das Kultusministerium deren Ziele (siehe “Frankfurter Schule”!) Alle bestehenden Werte sollen in der neuen pädagogisch-emanzipatorischen Erziehungsmethode hinterfragt werden. Das Kind wird ausgerichtet von der neuen Ethik und “entscheidet” sich durch manipulierten Gruppenzwang gegen die Werte seiner Eltern. Ein unlösbarer Konflikt entsteht für das Kind: Das Wertesystem seiner Eltern muß es zu Hause noch leben! Die emanzipatorische Pädagogik verursacht gefährliche Aggressionen im Kind. Die Eltern werden ratlos, weil sie Ihren Einfluß auf das Kind verlieren. Sie können nicht mehr verhindern, daß das Kind zu Drogen oder anderen Mitteln greift, weil es haltlos geworden ist. Eltern werden dafür verantwortlich gemacht. Viele Eltern erkennen die Alternative des Home Schooling als Lösung.

Elternrechte werden verwehrt

Der Weg zum Home Schooling wird Familien in Deutschland leider immer noch verwehrt. Der deutsche Staat mißachtet hierbei die grundgesetzlich garantierten Rechte der Eltern. Dabei wird die Bedeutsamkeit der gesunden Familie auch vom Kultusministerium immer wieder unterstrichen. Wenn die Familie durch Home Schooling pflichtbewußt ihre Aufgabe in Verantwortung vor Gott und den Menschen wieder erfüllen möchte, wird ihr das aber untersagt. Der deutsche Staat hat die Aufgabe der Bildung übernommen, leider mit dem Selbstverständnis, durch die eingerichtete Schulpflicht in die Entscheidungsfreiheit der Eltern einzugreifen. Das ist ein willkürliches Überschreiten der staatlichen Aufgaben und Kompetenzen. In einem Rechtsstaat darf das nicht geduldet werden!

Home Schooling im europäischen Ausland

Alle EU-Länder außer Deutschland haben Home Schooling als Alternative zur staatlichen Schule zugelassen. In jedem Staat gibt es eine (Ausnahme-) Regelung dafür. Eltern erkannten ihre Rechte und haben darauf beharrt. Großbritannien, Finnland, Irland und einige andere Länder hatten noch nie Schulpflicht. Dort gilt Unterrichts- bzw. Bildungspflicht. Viele europäische Eltern haben sich erfolgreich auf Artikel 2 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten berufen: “Der Staat hat ... das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.” (1. Zusatzprotokoll,20.3.1952) Dies ist am 13.2.1957 auch in Deutschland in Kraft getreten.

Deutsches Recht

Home-School-Familien in Deutschland können sich auch auf das deutsche Grundgesetz stützen: Artikel 4 (insbesondere Absatz 2: “Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet”) und Artikel 6 (insbesondere Absatz 2: “1Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. ...”), welche von den deutschen Gerichten untergraben werden. Es ist unbegreiflich, daß im familienorientierten und demokratischen Deutschland diese natürlichen Rechte der Eltern mißachtet werden. Deutschland ist eines der letzten Länder, in dem eine Schulpflicht statt Unterrichtspflicht besteht, d.h., daß Kinder in einer Schule anwesend sein müssen. Die Schulbehörden wehren sich vielfach noch immer, schulgesetzlich bestehende Ausnahmeregelungen für Home-School-Familien zu nutzen. Nur wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel. Einige Familien haben von einsichtigen Behörden schon eine schweigende “Duldung” erfahren. Gegen andere wird geklagt!

Deutsche Eltern verteidigen ihre Rechte

Eltern müssen dafür einstehen, daß die Schulgesetze deutlich überarbeitet bzw. rechtlich nach dem Grundgesetz zugunsten der Eltern interpretiert werden. Die Kultusministerien betonen ihre Sorge um die Bildung unserer Kinder, während sie in den staatlichen Schulen elternfeindliche und kindergefährdende Bedingungen schaffen! Bußgelder, Klagen und andere Einschüchterungsversuche von Seiten des Staates bleiben erfolglos. Im Jahr 2000 wurde sogar ein Kind von der Polizei unter traumatischen Umständen zur Schule abgeführt! Ungeachtet dessen unterrichtet diese Familie ihre Kinder noch heute zu Hause.Hilfe ist auf dem Weg. Schulunterricht zu Hause e.V. kämpft für das grundgesetzlich garantierte Erziehungsrecht der Eltern. Mit erfahrenen Rechtsanwälten wird Mitgliederfamilien, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, geholfen. Eine Verfassungsbeschwerde ist in Vorbereitung. Dieser Verein braucht dringend Unterstützung für kostenintensive Gerichtsverfahren!

Adressen:
Schulunterricht zu Hause e. V., Buchwaldstraße 16, 63303 Dreieich.
Tel.: 0 18 05 / SCHUZH (0 18 05 / 72 48 94); Fax: 07 00 / 48 36 84 35;
Internet: www.schuzh.de; Email: info@schuzh.de

 

Aus: Erneuerung und Abwehr Nr. 5/2002 Monatsblatt der Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland e.V.
mit freundlicher Genehmigung von Georg Pflüger / df