effe_Kolloquium

Anlässlich der zunehmenden Diskriminierung deutscher Homeschoolfamilien, eine Familie in Hamburg wird jetzt mit Erzwingungshaft bedroht, erhalten wir immer wieder Zuschriften aus dem Ausland, die uns gegenüber ihr Unverständnis über den deutschen Sonderweg kundtun. Wir dokumentieren nachfolgend einige dieser Zuschriften, damit sich die Besucher unserer Website ein Bild davon machen können, wie Deutschland im Ausland gesehen wird und wie selbstverständlich die Bildungsalternative Homeschooling dort ist.

Kerstin Soukereff aus Kanada:

Sehr geehrte Herausgeber!
 
Gerade bin ich aufgewacht und las Ihren Artikel: Fromme Familie, Schulverweigerer muss ins Gefaengnis.
 
Seit 1987 lebe ich in Canada, verheiratet mit einem Canadier. Wir haben hier unsere fuenf Kinder aufwachsen lassen und seit 13 Jahren praktizieren wir Homeschooling.
Meine zwei aeltesten werden diesen Sommer ihren Highschool-Abschluss vollenden.
Sie sind totale, vollwertige, selbststaendige, individuelle, kreative, motivierte, lustige, intelligente, soziale, selbstdenkende, ..... junge Erwachsene in der Lage dem Leben ins Angesicht zu schauen. Sie haben reife Ideen wie es von hier weiter geht. Sie sind bekannt in der kleinen Stadt von Delta, am Rande von Vancouver, B.C., haben ein Einfluss auf andere Jugendlichen in der Stadt Gemeinde, haben einen ganzen Stapel von Empfehlungsbriefen von Leuten fuer die sie gearbeitet haben oder geholfen haben in der Gesellschaft. Entschuldigen Sie bitte, dass ich so lange von uns erzaehlt habe, aber ich will nur zeigen wie Deutschland noch hinter dem Mond ist hinsichtlich des Unterrichts zu Hause. Hier in Kanada ist es eine total akzeptable Form der interlektuellen Erziehung. Es ist anerkannt, bewiesen und funktioniert. In unser kleinen Stadt gibt es allein rund 200 Familien.
 
Der Ausspruch des Richters: "Den Kindern drohten schwerwiegende Nachteile, wenn sie nur in der "eng eingegrenzten Parallelgesellschaft zu Hause" lebten. Die "heile Welt" des Elternhauses isolliere die Kinder, aus ihnen wuerden sich unmuendige Menschen entwickeln, die ueber die zukuenftige Gestaltung ihres Lebens nicht frei entscheiden koennten...." zeugt von totalem Unwissen.
 
So eine unterentwickelte Auffassung, es ist unglaublich wie zurueck Deutschland liegt wenn es um die Schulausbildung geht. "Eingeengt", "unmuendig", "nicht frei entscheiden koennen". Komm Sie hierher, sehen Sie mit Ihren eigenen Augen die Resultate des Homeschoolings. Oft sind es stark glaeubige Familien aber genau so oft nicht-christlich oder - religioese Buerger. Sie gehen in die Politik, Fuehrer im Umweltschutz, Schauspieler, Buchautoren, Selbstaendige Geschaefte. In den Universitaeten in Kanada und den USA, ist grosse Nachfrage von Homeschoolern. Warum? Weil sie die Studenten bilden, die selbststaendig denken, selbst motiviert studieren koennen, die lernen wollen, faehig sind Probleme zu loesen, reife Erwachsene sind.
 
"Isoliert"? Wenn ich das schon hoere! Wollen Sie wissen was meine Kinder und unsere Support group-Freunde alles zusammen erleben konnten, weil wir zu Hause unterrichten konnten: Theater spiele, Movie-making, Mocktrials (Life im  Gerichtssaal - erst wurde das Gesetz studiert und das ganze Rechtsystem, dann hat eine Gruppe von 12-13jaehrigen ein Gerichtsfall erfunden und geschrieben, dann wurden Rollen verteilt unter 25 Kindern, dann alle eingeladen, wir hatten den Gerichtssaal gebucht, dann wurde der Fall ausgespielt), Ausfluege in Flugzeug-Haengern, Kontrolltuerme, Papier und SaegeMuehlen, Kupfermienen,... Dann Musikunterricht,
woechentliche Sportaktivitaeten wie Ski-fahren, Baseball, Hockey, Schittschuhlaufen.
Grosse "groupevents" wie Toastmasters International (Oeffentliche Reden), Sciencefairs, Biography-Fair, International Dinners (jede Familie studiert ein Land, bringt ein Menue, macht ein display und gibt eine Rede)... ich koennte ein ganzes Buch schreiben.
 
Es tut mir so leid fuer die Deutschen Buerger, ein freies Land? Das ist ja ein Witz!
Wacht auf. Wir leben nicht mehr im Mittelalter.
 
Es ist einfach eine Schande, wie Deutschland ueber seine Buerger herrscht. Wie es das Elternrecht uinterdrueckt. Deutschland muss sich wirklich mal fragen:
 
1. Ist die Schulausbildung oder Erziehung die Verantwortung des Staates
   oder der Eltern?
2. Was kann der Lehrer in dem Student produzieren als nur das wer oder was er
   selbst ist. Wie kann man seine Kinder in den Haenden von jemandem lassen
   der ganz andere Auffassungen, Werte oder Glauben vertritt.
3. Seit wann gehoeren die Kinder dem Staat? Und warum ist es der Staat der ueber
   die Erziehung meiner Kinder verfuegt?
 
In Deutschland ist Homeschooling unter Beschuss, aber warum lassen sie die Eltern, denen so viel an dem Wohlergehen ihrer Kinder liegt, dass sie sogar Gefaengnisstrafe in Kauf nehmen,
es ausprobieren, und dann koennen Sie sich ein Urteil machen ob es eine funktionierende Alternative ist oder nicht.
 

Sunshine Birkenstock aus den USA:

Wir sind genau aus diesem Grund vor acht Jahren mit unseren drei schulpflichtigen Kindern nach den USA ausgewandert. Ich finde den Artikel sehr einseitig geschrieben. Deutschland sollte sich mal nach seinen europäischen Nachbarländern richten, wo die Bildungspflicht den Eltern unterliegt und nicht dem Staat.
Vielleicht sollte Deutschland auch einmal recherchieren wann diese Verfassungsänderung stattgefunden hat. Vor den dreiziger Jahren war Heimunterricht in Deutschland noch erlaubt. Nach dem zweiten Weltkrieg hat man dann dieses Gesetz von Staat und Schulpflicht einfach beibehalten, der Staat soll Kontrolle haben über unsere Kinder.
Hier in den USA zählt das Ergebnis, nicht die Art und Weise wie man zu dem Ergebnis kommt. Jeder Staat handhabt es anders. Bei uns müssen die Kinder einmal im Jahr eine Prüfung ablegen, von einem staatlichen Lehrer durchgeführt, so ist Kontrolle gewährleistet, daß das Kind in seiner Bildung Fortschritte macht. Zudem gibt es an den Universitäten einfach eine Aufnahmeprüfung.
Wer kennt sein Kind besser, als die eigenen Eltern? Wer kann auf die Begabungen und Schwächen eines Kindes besser eingehen? Heimunterricht erziehlt statistisch bessere Ergebnisse, als die öffentlichen Schulen. Wenn alles andere eine Reform erlebte, das Schulwesen jedenfalls nicht. Die Pisa Studie hat ja deutlich gezeigt, wie mangelhaft das Schulsystem ist. .......

Das im Unterricht alle Kinder nach nur einer der drei vorhandenen Lehrmethoden unterrichtet werden, wo es doch vom pädagogischen Standpunkt bekannt ist, daß Kinder auf unterschiedliche Weise lernen und somit zwei der drei Gruppen gar keine Chance haben, gute Leistungen zu erzielen, wird einfach vom Bildungsapparat ignoriert. Ich lege es den Lesern sehr ans Herz, sich doch auf dem Internet über die Vorteile der Heimschule zu informieren....
Um zu dem Artikel zurückzukommen... Da das christliche Deutschland mittlerweile aus mehr ungläubigen Christen als gläubigen besteht, ist es ja nicht wunderlich, daß alles Bibeltreue als fromm oder religiös fanatisch bezeichnet wird. Jedenfalls fällt die Erziehung, Bildung und der Umgang, den wir für unsere Kinder wünschen leider nun mal unter den Paragraph der Glaubens und Gewissensfreiheit. In den öffentlichen Schulen wird von den Lehrern in den meisten Fällen ja nur eine Weltanschauung vertreten und auch nur eine Weltanschauung gelehrt. Und dies ist die säkulare humanistische. Das, was den gläubigen Eltern vorgeworfen wird, die einseitige christliche Weltanschauung, praktiziert der Bildungsapparat ja selber. In der Heimschule wird den Kindern sehr wohl beide Weltanschauungen vorgestellt, aber wir Eltern haben ja wohl das Recht unsere Kinder nach der Bibel den Willen Gottes zu lehren.
Denkt der Staat wirklich, daß daraus schlechte Staatsbürger werden? Etwa welche, die kriminelle, drogenabhängige, staatsfeindliche, gewissenlose und nichtsnutzige Bürger werden, wenn man die Kinder lehrt, nach den zehn Geboten zu leben? Muß man sich als Eltern schämen, wenn man seine Kinder lehrt, ihren Nächsten zu lieben und Gutes zu tun? Ja es ist ein Konflikt für einen wirklichen Christen, seine Kinder in die öffentliche Schule zu geben, wo von der großen Menge die christlichen Werte verlacht werden.
Die beschriebene Familie hat sicher viele Freunde mit denen ihre Kinder sozialen Kontakt haben. Der Vorteil innerhalb der Familie mehrere Altersgruppen zusammen zu unterrichten ist, daß unsere Kinder mit allen Altersschichten sozialisieren können. So oder so wird die Heimschule in Deutschland weiter wachsen, und wenn es dann mal wieder in der Verfassung steht, braucht der Staat keine Angst haben, daß sie nun Schulen schließen müssen oder Lehrer entlassen, im Gegenteil die wenigsten Deutschen werden zu dieser Alternative greifen. Es erfordert nämlich eine beispielhafte Aufopferung von seiten der Eltern: keine freie Minute für die Mutter, den Vater als Alleinverdiener, eigene Kosten für das Schulmaterial, trotzdem Steuern zu zahlen für die Schulen und Lehrer, und Verachtung und Diskriminierung der Mitbürger. Aber die gläubigen und moslemischen Familien sind diejenigen, die Deutschlands Aussterben noch aufhält, da sie positiv zu Kindern und Familie eingestellt sind.

Familie Huber aus Kanada:

werden im Gebet mit euch verbunden sein... Wie schrecklich sind doch die Zustaende in Deutschland...

Wir fuehlen uns hier sehr gesegnet fuer die Freiheit die wir jetzt haben. Wir bekommen sogar $ 1000 pro Kind das zu Hause unterrichtet wird. Was fuer Unterschiede.
Wann immer ihr daran denkt vielleicht das Land zu verlassen, stehen wir fuer Fragen die euch bewegen moegen zur Verfuegung.
Mein Mann war vor fast 3 Wochen mit unseren 2 Grossen (14 und 17) in Deutschland.  Sie haben "Gruselgeschichten" von unserer Schwaegerin zu
hoeren bekommen, deren Kinder die oeffentliche Schule besuchen.  Unsere Nichte hatte mit 15 schon einen Nervenzusammenbruch wegen der Schule.  Wir hatten dies gar nicht gewusst. Es herrschen richtige Gangs in den Schulen.  Unsere Tochter Vivien war sehr geschockt ueber diese Nachrichten und war froh wieder in Canada zu sein. Auch froh darueber zu Hause Schule machen zu duerfen.
 

Familie L. aus Belgien:

Heute wurde unsere Heimschule, wie ihr zumeist wisst, von einer Pädagogin des Unterrichtsministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft besucht. Wir merkten schnell, dass sie in ehrlicher
Absicht kam, und so war ihr Besuch alles andere, als was wir von deutschen Behörden gewohnt waren. Sie wohnte eine Zeit lang dem Französischunterricht bei wobei der arme Französischlehrer, ein sehr netter Lehrer im Ruhestand, den Eindruck hatte , dass es um Ihn ginge.Sie sprach auch  mit jedem der Kinder, und versuchte sich so ein Bild vom Entwicklungsstand der Kinder zu machen.
Im Gespräch mit uns Eltern wies sie darauf hin, dass wenn es gewünscht sei, die Kinder auch externe anerkannte Schulabschlüsse machen können was auch im unserem Sinne ist. Für Deutschland, besonders NRW wären das unvorstellbare Verhältnisse.

Eine Familie aus Norwegen:

Meine Frau hatte erst vergangene Woche ein Gespräch mit dem für uns zuständigen Schuldirektorat. Der Direktor hat dabei besonders darauf hingewiesen, daß wir einen Aufsichtsbesuch (der hier üblicherweise bei den Hausschülern durchgeführt wird) nicht als Kontrolle verstehen sollten, sondern er habe selbst ein persöliches Interesse an alternativen Lernmethoden. Außerdem hat er sehr unsere Ausstattung (Mikroskop, Chemiekästen etc) gelobt. Die zur Zeit amtierende Schulministerin (ist Ministerin für das ganze Land) hat z. B. vor kurzem in einem Zeitungsinterview gesagt, daß das Elternrecht, die Schulbildung ihrer Kinder auch in alternativen Bildungsformen selbst zu bestimmen ein Menschenrecht sei, was niemand den Eltern wegnehmen könne.
Warum hört man in D selbst in unteren Ministerebenen nie solche Töne? Habe auf einer Homeschooling-Konferenz einen Professor der staatlichen Universität Oslo kennnengelernt, der maßgeblich an der Ausarbeitung eines neuen Schulgesetzes beteiligt war. Der hat sogar gesagt: "Homeschooling ist Kinderrecht". Worte wie "Schulpflicht ist Kinderrecht" und dann noch in dem Sinne "staatlicher Schulbesuchszwang" wären hier undenkbar und würden auch öffentlich als
totalitär gebrandmarkt. Daß Bildung Kinderrecht ist wird natürlich schon gesagt.


Die Namen der Familien sind uns persönlich bekannt