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Was ist Bildung?
Zitat "Eine Demokratie wird zur Diktatur der Mehrheit, wenn sie Vielfalt nicht mehr duldet, wenn sie Normvarianten als störend und ineffektiv ablehnt oder als krank beseitigt, wenn sie also DIN-Kinder schaffen will." -Peter Köpf und Alexander Provelegios-
Die heutige Definition von Bildung scheint zu sein: (Lehr)planwirtschaftliche Kasernierung von Kindern, die alle gleich und dadurch gleichgültig behandelt werden, mit dem Ziel, kindliche Neugier auszutreiben und durch Konformismus, untertänige Staatsvergötzung und faktenreiches Unwissen zu ersetzen. Das Scheitern des auf Zwang beruhenden Bildungssystems wird immer offensichtlicher. Eine tiefgreifende Sinnleere macht sich unter Schülern aller Altersstufen breit, die sich unter anderem in Gewalt, Abkapselung und exzessivem Alkoholgenuss entlädt. Anstatt die Prämissen erzwungener Einheitsbeschulung in Frage zu stellen, soll der Schulzwang in den kommenden Jahren noch weiter ausgedehnt werden.
Die Motivation der Zwangsbefürworter erklärt die "Ausstechform"-Theorie ("Cookie-Cutter" Theory): Nach diesem Zugang ist Bildung eine abgeschlossene Prozedur, die auf eine detaillierte Formung der Persönlichkeit und des Wissens nach einer standardisierten Ausstechform abzielt. Abweichungen von diesem eingeengten Plan werden nicht geduldet, da derartiger Non-Konformismus angeblich das Fundament des gesellschaftlichen Miteinanders unterminiere. Im Namen der "Freiheit" schneidet die Ausstechform des Zwangsbildungssystems Kinder von ihren Eltern, von nicht genehmem Wissen, ihrem Selbstvertrauen, ihren Träumen und der realen Welt ab. Umso befremdlicher ist es, dass diese fortgesetzte Zwangsbeglückung unter dem Banner der aufgeklärtesten und gebildesten Gesellschaft seit Menschengedenken geschieht- "auf-geklärt" durch Filter und Scheuklappen zum Nihilismus und "um-gebildet" durch Zwang und Entfremdung zum Konformismus.
Richtig verstanden ist Bildung hingegen ein lebenslanger Prozess, kein Ergebnis, das durch quantitative Studien messbar ist. Es ist der Prozess, mit dem wir unser menschliches Potential entwickeln, etwas das nur aktiv funktioniert und sich niemals erzwingen lässt. Dabei geht es um die Bildung unserer jeweils einzigartigen Persönlichkeit, durch Erkenntnis, Gewissensaufbau und Sinnfindung. Bildung ist selbsttätiger Ausbruch aus der Unmündigkeit der Illusionen, der Wertblindheit und der Sinnlosigkeit einer unreifen Existenz. Dieser Prozess gleicht einer lebenslangen Wanderung auf einen Berg, dessen Gipfel letztlich nie erreicht, aber immerzu angestrebt wird.
Kann man jemandem bei diesem Lebensweg helfen? Entscheidend ist es, dem heranwachsenden Kind jene Instrumente näherzubringen, die dem sich bildenden Menschen die Standortüberprüfung überhaupt erst ermöglich. Wer ohne rudimentäre Kenntnisse im Kartenlesen und in der Handhabung des Kompasses auf die Reise geschickt wird, der wird nur schwerlich feststellen können, ob er auf seinem Weg zum Gipfel Fortschritte macht oder sich verlaufen hat. Da die Orientierung hin zum Gipfel vorrangige Bedeutung hat, kommt der Wahl der Route, der Aufstiegsgeschwindigkeit und der gewählten Fortbewegungsart nur sekundäre Bedeutung zu. Die Entscheidung über die genaue Route muss jeder für sich selbst treffen und allen voran sich selbst gegenüber verantworten. Unsere Kinder sind zu wertvoll, um sie im Gänsemarsch dem Abhang entgegen marschieren zu lassen.
Quelle: Insitut für Wertewirtschaft
Weiterführende Literatur: + Rahim Taghizadegan: Bildungs-Illusionen. + Stefan Sedlaczek: Eine Schulpflicht gibt es nicht. + Rudolf Schmidheiny: Wem gehören unsere Kinder? + Jan Edel: Erfolgreich - Elementarbildung ganz privat + Elisabeth Kuhnle: Homeschooling in Deutschland + H.-W. Graf: Lernen lernen + Gregor Hochreiter: Sinnorientiert Erziehen
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