Das Schulsystem in Deutschland


Dass das deutsche Schulsystem massive Schwächen aufweist, beklagen nicht nur Eltern, sondern auch renommierte Forscher, Ärzte sowie die betroffenen Schüler und Lehrer. Ein häufiger Kritikpunkt ist, dass zu wenig auf die einzelnen Kinder eingegangen werde, was angesichts der statistischen Zahlen – so betreute im Jahr 2011 ein Lehrer im Durchschnitt 16 Schüler – nicht verwundert.

Aber nicht nur zu große Klassen erzeugen Stress, sondern auch die Überfrachtung mit Lernstoff. Die negativen Auswirkungen dieses Zeit- und Leistungsdrucks lassen sich an mannigfaltigen Indikatoren festmachen. So ist immer häufiger von Mobbing oder tätlichen Übergriffen auf Schulhöfen zu hören. Auffallend ist auch, dass die Zahl der Schüler, die nicht nur Nachhilfe, sondern auch psychologische Hilfe benötigt, steigt. Der Bayerische Lehrerverband warnt sogar vor einer vermehrten Einnahme von Medikamenten aufgrund von Schulängsten.

Es gibt Alternativen zum starren Bildungssystem in Deutschland, bei denen es sich um das sogenannte Freilernen oder Homeschooling handelt und die sogar erfolgreichere Leistungen der Kinder im Vergleich zur Schulpädagogik vorweisen können. Dies belegt nicht nur eine Studie in den USA aus dem Jahr 2009, sondern auch die Erfahrung in zahlreichen europäischen Ländern, in denen diese Methode, bei der bildungsambitionierte Eltern die Funktion der Lehrkraft übernehmen, legal ist.

Der Grundgedanke dieses Konzepts ist die Erkenntnis aus dem Bereich der Hirnforschung, dass sich Heranwachsende Wissen in kürzester Zeit aneignen, wenn sie sich für etwas interessieren. Da die Vorteile des angstfreien Lernens, das auf die Individualität der Kinder eingeht und deren selbstständiges Arbeiten fördert, auf der Hand liegen, zeichnet sich auch in Deutschland ein Trend ab, dass immer mehr engagierte Eltern das Recht auf Erziehung ihrer Kinder auch in schulischen Angelegenheiten einfordern, und zwar zum Wohle ihres Nachwuchses.

Das ideale pädagogische Modell der Zukunft wäre die Legalisierung des Homeschoolings in Deutschland und deren gleichzeitige Verzahnung mit der staatlichen Schule. Dies würde zum einen zu einer Entlastung der verbeamteten und angestellten Lehrkräfte sowie zu kleineren Klassen führen und zum anderen dem Grundgesetz Rechnung tragen, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Und Schulzwang bedeutet für einige Heranwachsende nichts anderes als die Ausübung psychischer Gewalt.

Die heutige Zeit der Technisierung und Globalisierung hat zur Folge, dass die Gesellschaft in vielen Bereichen umdenken und sich neu aufstellen muss. Auch haben das Interesse und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an diesem Prozess deutlich zugenommen, weshalb sie sich über die Fragen in den Programmen der Parteien informieren, die für sie von Belang sind.

Insofern möchte eine Großzahl verantwortungsbewusster und engagierter Eltern wissen, welche Einstellung Ihre politische Vereinigung zum Thema Bildungspolitik im Allgemeinen und Freilernen sowie Homeschooling im Besonderen vertritt.