Wie geht Homeschooling praktisch


„Heimschulen“ sind Familien, die ihre Kinder auf eigene Kosten zu Hause, im Wohnzimmer, in der Küche oder im privaten Büro unterrichten. Manche haben ein eigens dafür hergerichtetes „Schulzimmer“ oder eine „Schulecke“. „Lehrer“ sind in der Regel Mütter oder Väter manchmal auch ausgebildete Lehrer, die regelmäßig Blockunterricht erteilen. In der Regel orientiert sich der Unterricht an den Rahmenrichtlinien, Lehrplänen, Stundentafeln und Prüfungsanforderungen öffentlicher Schulen. Ansonsten verläuft der Hausunterricht wie an einer normalen Schule. Der Unterricht bei christlichen Familien beginnt in der Regel mit einer Andacht, Gebet und einem gemeinsamen Lied. Die Unterrichtung findet zu regelmäßigen Zeiten, gewöhnlich vormittags statt. Die Kinder sollten ordentlich gekleidet sein; so, als ob sie einen Schulweg vor sich hätten.

Steht in den ersten Grundschuljahren noch die zeitlich intensive, direkte Unterrichtung des Kindes durch die Eltern im Vordergrund, so sollte dies mit zunehmendem Alter durch ein mehr und mehr selbständiges Erarbeiten des Stoffes durch das Kind abgelöst werden. Ein selbständiges Denken und Arbeiten sollte schon früh gefördert werden.
So sind bei mehreren Kindern, die gleichzeitig unterrichtet werden, auch immer wieder einige mit Stillearbeiten beschäftigt, während den anderen etwas erklärt wird, vergleichbar mit dem Unterricht in der früheren alten Dorfschule, wo mehrere Jahrgangsstufen gleichzeitig unterrichtet wurden.

Fachliche Betreuung
Die meisten christlichen Heimschulfamilien werden von der Philadelphia-Schule (gegründet 1980) in Siegen betreut, einem christlichen Heimschulwerk, in dem sich derzeit ca 150 Familien zusammengefunden und organisiert haben. Diese Organisation betreut die Familien fachlich und pädagogisch. Eltern finden Unterstützung bei der Auswahl von Unterrichtsmaterial, Schulbüchern und Lernprogrammen. Ausgebildete Lehrer geben praktische Anleitungen und überprüfen den Lernfortschritt der Schüler. In vielen Fällen wird der Unterricht von der Mutter durchgeführt. Aber auch Familienmitglieder, Verwandte und Freunde stehen helfend bereit. Ergänzt wird das Angebot durch Bildungswochen, Eltern-Lehrer Seminare und Exkursionen. Schulabschlüsse können die Kinder durch externe sogenannte Nichtschüler-Prüfungen erwerben. Dies geschieht an einer normalen öffentlichen Schule und wird bereits praktiziert bei Kindern, deren Eltern beruflich im Ausland sind und dort keine deutsche Schule besuchen können.

Weitere Möglichkeiten des Hausunterrichts insbesondere für Eltern, die eine intensive Betreuung wünschen, bieten die “Deutsche Fernschule” in Wetzlar für den Grundschulbereich, sowie das “Institut für Lernsysteme” in Hamburg ab der 5. Klasse. Diese Fernschulen bieten bereits seit vielen Jahren hervorragendes Material in erster Linie für Kinder im Ausland an, beispielsweise Eltern, die als Missionare und Entwicklungshelfer tätig sind.